Ein Fall fürs Leben: Helma und Ulrich feiern Diamantene Hochzeit

von Catrin Guntersdorfer

Dr. Ulrich Lenz und Helma Frischeisen-Lenz feiern heute (17. August) ihre Diamantene Hochzeit. Seit 60 Jahren gehen die beiden gemeinsam durchs Leben – mit Humor, gegenseitigem Respekt und großer Freude an Familie und Freunden.

Kennengelernt haben sich die beiden am ersten Tag des ersten Semesters 1958 an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo beide Jura studierten. Und an ihre erste Begegnung erinnert sich Ulrich noch heute mit einem Schmunzeln: „Sie ist neben mir gesessen und hat mir eine Orange angeboten – die musste ich aber selber schälen und ich hab auch nur die Hälfte behalten dürfen.“

Ulrich stammt aus Freising und hatte dort sein Abitur gemacht. Helma, gebürtige Münchnerin, war durch einen Kollegen auf ihren Kommilitonen aufmerksam geworden: „ Der hatte mir erzählt, dass Ulrich ein Abitur mit 1,2 hat. Da dachte ich mir, muss ich mal genauer hinschauen“, erzählt sie lachend. Ulrich wiederum musste sich zunächst mit Helmas Eltern arrangieren: „Ihr Vater war Lehrer. Ihre Mutter war Lehrerin. Da wollte ich eigentlich gleich wieder umdrehen!“, scherzt er.

Ulrich und Helma am 17. August 1966.

Geheiratet wurde in der Gethsemanekirche in München. Anschließend feierten die beiden mit Familie und Freunden im Künstlerhaus am Lenbachplatz, bevor es zum Tegernsee ging. Ihr Hochzeitskleid von damals hat Helma bis heute aufbewahrt. Es entsprach bewusst nicht dem üblichen Stil: „ Ich wollte etwas anderes, als die anderen, nicht so pompös. Als ich das Kleid kürzlich meiner Enkelin gezeigt habe, fand sie es richtig modern!”, freut sich Helma, die das Kleid noch heute im Keller aufbewahrt.

Die ersten gemeinsamen Jahre verbrachte das Paar in Bogenhausen und Haidhausen. 1967 kam Sohn Rudolf zur Welt, 1971 Tochter Ruth, die von allen Meisi genannt wird. 1975 zog die Familie nach Vaterstetten in die Birkenstraße, 1983 in die Lilienstraße. Dort leben Helma und Ulrich bis heute – gemeinsam ihrer Tochter.

Beruflich waren beide erfolgreich: Helma war viele Jahre Amtsrichterin, Ulrich studierte neben Jura auch Betriebswirtschaft und wurde Wirtschaftsprüfer. Auch der Sport spielte in seinem Leben eine große Rolle. Ulrich war Deutscher Meister im Gewichtheben und rund 20 Jahre in der Sportabteilung des TSV 1860 München aktiv.

Familienzeit wurde bei Helma und Ulrich immer großgeschrieben. Im Sommer ging es mit den Kindern oft zum Zelten, unter anderem an den Neusiedler See. Später reiste das Paar auch gerne mit Freunden – unter anderem nach Jordanien und in den Oman, oder ging auf Kreuzfahrten. Ein Ferienhaus in Kehlheim am Wald wurde über viele Jahre zu einem weiteren gemeinsamen Lieblingsort.

Zum Gratulieren zur Diamantenen Hochzeit kamen für die Gemeinde Vaterstetten, 2. Bürgermeister Maximilian Mack (li.) und für den Landkreis Ebersberg die stellvertretende Landrätin Magdalena Föstl (hinten Mitte). Sohn Rudolf (hinten re.) und Tochter Meisi ( vorne re.) mit ihren Eltern Helma und Ulrich. (Foto: Catrin Guntersdorfer/B304.de)

Was die beiden nach sechs Jahrzehnten noch immer verbindet, zeigt sich auch darin, was sie am anderen schätzen. Helma sagt über ihren Mann: „Er hat sein ganzes Leben gewusst, was er will und hat das auch durchgesetzt, ohne sich auf die Schnelle von etwas beeindrucken zu lassen. Er hinterfragt alles. Das kommt meinem Denken sehr entgegen.“ Ulrich bleibt bei seiner Antwort seinem Humor treu. Was er an Helma besonders schätzt? „Dass sie es so lange mit mir aushält“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Familie und Freunde waren im Hause Lenz stets willkommen: „Meine Eltern hatten immer ein offenes Haus. An unserem großen Tisch im Wohnzimmer hatte jeder Platz, ob er Liebeskummer hatte und sich ausweinen wollte, oder ob er juristische Beratung brauchte“, erzählt Tochter Meisi. An diesem Tisch wurde natürlich auch viel gefeiert – zuletzt die Geburtstage des Ehepaars – Helma wurde 87, Ulrich 88 Jahre. Beide meistern ihren Alltag weiterhin selbstständig. „Die beiden machen echt noch alles alleine“, sagt Sohn Rudolf. Gleichzeitig bedauert er, dass viele Menschen aus dem früheren Freundes- und Verwandtenkreis inzwischen fehlen. Für Meisi ist das jedoch kein Grund, den Tisch leerer werden zu lassen: „Wir füllen den Esstisch jetzt einfach mit den Jungen auf – das hält meine Eltern auch weiterhin fit.“

Und so darf der große Tisch, das Herzstück im Hause Lenz, auch nach 60 gemeinsamen Ehejahren gerne voll bleiben: mit Kindern und Enkelin Marie-Aimée, Freunden und Nachbarn, mit alten Geschichten und neuen Erinnerungen.

Herzlichen Glückwunsch zur Diamantenen Hochzeit und alles Gute für die kommenden gemeinsamen Jahre!