Wolfgang Kubicki (74) tritt Ende Mai als Chef der Bundes-FDP an „und hat mich gebeten, ihm im Fall seiner Wahl als Generalsekretär zur Seite zu stehen. Was ich sehr gerne mache“, teilt Martin Hagen mit. Der Baldhamer war gerade erst mit dem besten Stimmenergebnis auf der FDP-Liste für eine zweite Amtszeit als Gemeinderat in Vaterstetten gewählt worden. Sein Mandat werde er in jedem Fall annehmen, sagte Hagen auf B304.de-Nachfrage.
“Ich habe mich sehr gefreut, als Kubicki mich Ende letzter Woche anrief und mich bat, ihn als Generalsekretär zu unterstützen. Lange nachdenken musste ich darüber nicht: Mitzuhelfen, die FDP aus der Krise zurück in die Erfolgsspur zu führen, ist für mich Ehrensache. Und Wolfgang ist genau der Richtige für diese Mission”, so Martin Hagen gegenüber B304.de.
Würde Kubicki tatsächlich Parteichef, käme auf den 44-Jährigen eine wichtige Aufgabe bei einem Neuanfang der FDP zu, denn die Position des Generalsekretärs ist in der FDP traditionell einflussreich und dient nebenbei oft als Sprungbrett für höhere Partei- oder Regierungsämter. So war unter anderem Christian Lindner von 2011 bis 2013 Generalsekretär, bevor er später Parteichef wurde. Auch Guido Westerwelle machte einst zunächst als junger Generalsekretär auf sich aufmerksam.

Austeilen, einstecken und dahin zielen, wo es dem Gegner wehtut
Als zweiter Mann hinter dem Vorsitzenden wäre Hagen als Generalsekretär unter anderem dafür zuständig die Parteizentrale zu leiten, Parteitage zu organisieren und sich um Wahlkämpfe zu kümmern. Grundsätzlich schärfen die Generalsekretäre aber vor allem auch das programmatische Profil ihrer Partei. Der zweifache Familienvater würde, im Falle einer Wahl Kubickis, damit die Rolle des „Scharfmachers“ zukommen. Denn Generalsekretäre sind fürs Grobe zuständig. Zuspitzen, vereinfachen, provozieren – das sind ihre Aufgaben. Und Martin Hagen gilt als rhetorisch versiert, deshalb hat sich FDP Urgestein Wolfgang Kubicki den Baldhamer als Partner für den Neuanfang ausgesucht. Der 44-Jährige war Chef der Bayern FDP und Fraktionschef im Landtag, bis er 2023 im Negativsog der Ampel-Regierung 2023 mit den Liberalen aus dem bayerischen Landtag flog.
“Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen”, teilte Kubicki auf X mit. Mit seiner Kandidatur fordert der langjährige Vizechef der Liberalen und ehemaliger Vizepräsident des Bundestages, auf dem FDP-Parteitag Ende Mai, den amtierenden Vorsitzenden Christian Dürr (48) und NRW-Landeschef Henning Höne (39) heraus, die ebenfalls als Parteichef antreten. Zunächst hatte die BILD-Zeitung darüber berichtet.
