Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger sorgt auch bei uns für tiefe Bestürzung. Politiker unterschiedlicher Parteien und die Feuerwehr Grasbrunn nehmen Abschied vom bayerischen Vize-Ministerpräsidenten und Freie-Wähler-Chef. Besonders betroffen zeigen sich seine Parteifreunde vor Ort.
Hubert Aiwanger ist tot. Der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident wurde am Mittwoch (4. November) im Alter von nur 55 Jahren leblos in einem Berliner Hotelzimmer aufgefunden. Eigentlich wollte er in der Hauptstadt das neue Büro der Freien Wähler eröffnen – ein Projekt, das ihm besonders am Herzen lag. Doch wegen gesundheitlicher Beschwerden hatte er den Termin kurzfristig abgesagt und war anschließend telefonisch nicht mehr erreichbar. Am frühen Abend wurde er tot in seinem Zimmer entdeckt.
Auch in unseren Gemeinden sitzt der Schock tief. Besonders emotional reagieren die Freien Wähler Vaterstetten. „Mit ungläubiger Bestürzung und tiefer Trauer“ habe man vom Tod des langjährigen Partei- und Bundesvorsitzenden erfahren, heißt es in einer ausführlichen Stellungnahme auf Instagram.
„Diese Nachricht trifft uns als Freie Wähler an der Basis wie ein Schock. Hubert Aiwanger war der unermüdliche Motor, das Gesicht und die starke Stimme unserer Bürgerbewegung“, schreiben seine Vaterstettener Parteifreunde. „Mit seiner Gradlinigkeit, seiner Energie und seiner tiefen Heimatverbundenheit hat er unsere Partei über Jahrzehnte geprägt.“ Sein plötzlicher Tod hinterlasse eine Lücke, die nicht zu schließen sei.
Besonders bewegend sind die persönlichen Abschiedsworte: „Wir verneigen uns in tiefer Dankbarkeit vor seiner Lebensleistung. Hubert, wir werden dein Andenken stets in Ehren halten.“
„Was für eine Tragödie“
Bestürzt zeigt sich auch die Vaterstettener CSU-Europaabgeordnete und stellvertretende CSU-Parteivorsitzende Angelika Niebler: „Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Hubert Aiwanger ist kaum zu begreifen. Sein plötzlicher Heimgang erfüllt mich mit tiefer Trauer.“ Mit ihm verliere Bayern einen „herausragenden und streitbaren Politiker, der Politik stets für seine Heimat und die Menschen in Bayern gemacht hat“. Ihre Gedanken seien bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.
Auch der Baldhamer FDP-Generalsekretär Martin Hagen reagiert tief betroffen: „Was für eine Tragödie. Hubert Aiwanger wird der bayerischen Politik fehlen. Seine Angehörigen haben mein tiefes Mitgefühl.“
Ungewöhnlich persönlich fällt der Abschied der Freiwilligen Feuerwehr Grasbrunn aus. Sie würdigt Aiwanger auf Instagram als bayerisches Urgestein und vor allem als „Mann des Volkes“. Er hinterlasse eine Lücke, die nicht zu schließen sei.
Die Gedanken gelten vor allem seiner Lebensgefährtin Tanja Schweiger, seinen beiden Söhnen und der gesamten Familie. Schweiger (48) ist seit 2014 Landrätin des Landkreises Regensburg. Die Beziehung der beiden Politiker begann nach ihrem gemeinsamen Einzug in den Bayerischen Landtag im Jahr 2008. Das Paar hat zwei Söhne im Alter von 14 und zehn Jahren.
Zur Todesursache gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis schließt die Berliner Staatsanwaltschaft ein Fremdverschulden aus. Weitere gerichtsmedizinische Untersuchungen sind angekündigt.
Als Zeichen der Trauer hat Ministerpräsident Markus Söder für diesen Donnerstag sowie für den Tag der Beisetzung Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden in Bayern angeordnet. Auch die Gemeinden und Landkreise wurden gebeten, sich daran zu beteiligen.
In Grasbrunn bleibt Aiwanger auch durch seinen viel beachteten Auftritt am 3. September 2023 in Erinnerung: Mitten in der sogenannten Flugblatt-Affäre wurde er damals im voll besetzten Festzelt von seinen Anhängern frenetisch gefeiert. Während Aiwanger dort von einer gescheiterten „Schmutzkampagne“ sprach, verkündete Ministerpräsident Markus Söder nahezu zeitgleich, dass er trotz der Vorwürfe an seinem Stellvertreter festhalten werde.
