Ein halbes Jahrhundert für Haar – und nun eine besondere Auszeichnung: Horst Wiedemann, ehemals ältestes Stadtratsmitglied in Bayern, ist am gestrigen Dienstag (29. September) in München mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber geehrt worden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verlieh die Medaille an 33 Persönlichkeiten aus Oberbayern, die sich über viele Jahre um die kommunale Selbstverwaltung verdient gemacht haben.

Für Wiedemann ist die Ehrung ein würdiger Höhepunkt einer außergewöhnlichen kommunalpolitischen Laufbahn. Rund 50 Jahre saß er für die SPD im Haarer Gemeinderat und später im Stadtrat. Mit 91 Jahren war er zuletzt Bayerns ältestes aktives kommunales Mandatsträger, bevor er sich im vergangenen Jahr aus dem Gremium verabschiedete.
Kaum jemand kennt die Geschichte Haars so gut wie der inzwischen 92-jährige Horst Wiedemann. Er erlebte die Entwicklung vom kleinen Ort zur Stadt hautnah mit und setzte dabei eigene Akzente – besonders bei den Themen Schule und Bildung, aber auch bei der Gestaltung der Ortsmitte. Für viele seiner Ziele brauchte es Ausdauer. „Es lohnt sich, wenn man kämpft und einen langen Atem hat“, sagte er einmal rückblickend.
Besonders bemerkenswert: Ein Wunsch, für den Wiedemann schon vor Jahrzehnten gekämpft hatte, erfüllte sich ausgerechnet in seinem letzten Mandatsjahr – Haar wurde zur Stadt.
Geboren 1934 im Sudetenland, kam Wiedemann nach Krieg und Vertreibung nach Haar. Hier fand er seine neue Heimat, seine Frau Helga und seine Familie. Drei Kinder, fünf Enkel und zwei Urenkel gehören heute zu seiner Familiengeschichte – ebenso wie unzählige Kapitel Haarer Geschichte.
Mit der Verdienstmedaille in Silber wird nun ein Mann geehrt, der Haar über Jahrzehnte geprägt hat.
