Nach Sofi kommt Mofi

von Eva Bistrick

Gut zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis wartet bereits das nächste Himmelsschauspiel auf uns: Am frühen Freitagmorgen, 28. August, ist eine fast totale Mondfinsternis zu beobachten. Dafür braucht es allerdings einen frühen Wecker und freie Sicht zum Horizont.

Erst am 12. August schob sich der Mond vor die Sonne, nun sind die Rollen vertauscht: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wandert der Vollmond durch den Schatten der Erde. Weil ein schmaler Teil der Mondscheibe hell bleibt, handelt es sich trotz der starken Verdunkelung nicht um eine totale, sondern um eine partielle Mondfinsternis.

Los geht es um 3.23 Uhr, wenn der Mond zunächst in den Halbschatten der Erde eintritt. Diese Phase ist mit bloßem Auge allerdings kaum zu erkennen. Deutlich interessanter wird es ab 4.33 Uhr: Dann erreicht der Mond den dunkleren Kernschatten der Erde. Von einer Seite aus scheint sich zunehmend ein dunkler Bogen über die Mondscheibe zu schieben.

Den höchsten Verdunkelungsgrad erreicht die Mondfinsternis um 6.12 Uhr. Rund 93 Prozent des Monddurchmessers befinden sich dann im Kernschatten – bezogen auf die Fläche sind sogar etwa 96 Prozent der Mondscheibe betroffen. Nur eine schmale helle Sichel bleibt übrig.

Freie Sicht nötig

Wer das Schauspiel von Vaterstetten, Baldham oder Grasbrunn aus verfolgen möchte, sollte sich einen Beobachtungsplatz mit möglichst freiem Blick nach Westsüdwesten suchen. Häuser, Bäume oder Hecken können die Sicht schnell versperren, denn der Mond sinkt während der Finsternis immer weiter.

Zum Höhepunkt um 6.12 Uhr steht er im Raum München nur noch rund zweieinhalb Grad über dem Horizont. Gegen 6.30 Uhr geht er schließlich unter – noch bevor er den Kernschatten der Erde wieder verlassen hat. Gleichzeitig wird der Himmel durch die Morgendämmerung bereits deutlich heller. Die besten Chancen auf einen guten Blick dürften deshalb zwischen etwa 4.45 und 5.45 Uhr bestehen.

Der verfinsterte Teil des Mondes kann kupferfarben oder rötlich erscheinen. Ein vollständiger „Blutmond“ wird es jedoch nicht, da die Finsternis nicht total ist. Wie kräftig die Färbung tatsächlich wahrgenommen werden kann, hängt außerdem von der Atmosphäre und den Sichtverhältnissen ab.

Wetter sollte mitspielen

Nach der aktuellen Prognose für Südbayern soll die Nacht zum Freitag überwiegend gering bewölkt und trocken bleiben. Die Chancen stehen damit grundsätzlich nicht schlecht. Einzelne Wolkenfelder können den Blick dennoch zeitweise behindern.

Eine spezielle Schutzbrille ist bei einer Mondfinsternis nicht erforderlich. Das Ereignis kann gefahrlos mit bloßem Auge verfolgt werden. Ein Fernglas kann dabei helfen, den zunehmend dunklen Mond in der helleren Morgendämmerung noch zu erkennen. Für Fotos empfiehlt sich wegen der langen Belichtungszeit ein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage.

Wer diesmal ausschlafen möchte, muss auf die nächste totale Mondfinsternis länger warten: Ein vollständig verfinsterter Mond ist von Deutschland aus erst wieder am Silvesterabend 2028 zu sehen. Happy New Year!