Die Pilzsaison steht vor der Tür. Viele freuen sich schon darauf, mit Korb und Messer in den Wald zu ziehen. Doch wie vermeidet man gefährliche Verwechslungen? Wir haben mit der Pilzsachverständigen Katrin Biedermann aus Vaterstetten gesprochen.
Frau Biedermann, wann beginnt eigentlich die Pilzsaison?
Viele denken, Pilze gäbe es nur im Herbst. Tatsächlich wachsen sie das ganze Jahr über – entscheidend sind vor allem Feuchtigkeit und die Temperaturen. Im Frühjahr freuen sich viele auf Morcheln, im Sommer erscheinen bereits die ersten Steinpilze, Täublinge oder Pfifferlinge. Die eigentliche Hochsaison beginnt aber meist im September und dauert, je nach Wetter, bis in den November. Dann ist die Artenvielfalt besonders groß und für Pilzsammler die spannendste Zeit.
Welche Speisepilze findet man bei uns besonders häufig?
Da unsere Region viele Fichtenwälder hat, wachsen hier besonders häufig Fichten-Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge und Fichtenreizker – alles ausgezeichnete Speisepilze. Daneben gibt es Arten wie den Parasol, oder verschiedene Täublinge, die ebenfalls sehr beliebt und äußerst gute Speisepilze sind.
Viele Anfänger haben Angst, einen giftigen Pilz zu erwischen. Zu Recht?
Ein gewisser Respekt ist auf jeden Fall angebracht. Wer Pilze sammelt, sollte nicht nur die Speisepilze kennen, sondern auch deren mögliche Doppelgänger. Manche Verwechslungen sind harmlos – etwa wenn statt eines Steinpilzes ein bitterer Gallenröhrling im Korb landet. Andere können jedoch lebensgefährlich sein. Deshalb gilt für mich immer der wichtigste Grundsatz: Nur Pilze sammeln, die man wirklich sicher bestimmen kann. Im Zweifel bleibt der Pilz lieber im Wald oder wird von einem Pilzsachverständigen kontrolliert.
Wo lohnt sich das Sammeln in unserer Region?
Natürlich gibt es auch bei uns viele gute Pilzgebiete. Konkrete Fundstellen verrate ich allerdings bewusst nicht, denn Pilzplätze sind empfindliche Lebensräume und sollen erhalten bleiben. Viel wichtiger ist ohnehin zu verstehen, welche Pilzarten mit welchen Bäumen zusammenleben und unter welchen Bedingungen sie wachsen.
Wer dabei Unterstützung möchte oder sich beim Sammeln noch unsicher fühlt, kann mich gerne auf einer meiner geführten Pilzwanderungen begleiten. Dort erkunden wir gemeinsam verschiedene Lebensräume und ich zeige direkt vor Ort, worauf man bei der Pilzsuche und Bestimmung achten sollte.
Wer noch tiefer in die faszinierende Welt der Pilze eintauchen und die systematische Pilzbestimmung von Grund auf erlernen möchte, für den sind meine neuen Pilzseminare genau das Richtige.
Worum geht es bei Ihren Pilzseminaren?
Viele Pilzsammler kennen einige wenige Speisepilze, fühlen sich aber von der großen Artenvielfalt schnell überfordert. In meinen Seminaren zeige ich deshalb, wie man systematisch an die Pilzbestimmung herangeht. Statt einzelne Arten auswendig zu lernen, vermittle ich einen Leitfaden, mit dem man Pilze Schritt für Schritt einordnen und bestimmen kann. Wer die wichtigsten Merkmale und Zusammenhänge versteht, gewinnt Sicherheit und kann sein Wissen später selbstständig erweitern. Das Seminar richtet sich sowohl an interessierte Anfänger als auch an Sammler, die ihr Wissen vertiefen möchten.
Zum Schluss: Ihr Lieblingsrezept?
Wenn die Pilze ganz frisch sind, brauchen sie eigentlich nicht viel. Ich brate sie gerne einfach mit etwas Olivenöl und einer Prise Salz in der Pfanne an – so kommt ihr eigener Geschmack am besten zur Geltung. Natürlich lassen sich Pilze auch wunderbar vielseitig zubereiten, zum Beispiel als cremige Suppe, paniert oder als Zutat in Pasta-, Risotto- oder Wildgerichten. Wichtig ist dabei immer, Wildpilze ausreichend zu erhitzen und mindestens 15 Minuten durchzugaren. So sind sie nicht nur besonders aromatisch, sondern auch gut bekömmlich.