Praxis Reuel feiert 20jähriges

von Eva Bistrick

Seit 20 Jahren sorgt Zahnärztin Natalie Reuel in Vaterstetten für gesunde Zähne – und begleitet manche Familien inzwischen über mehrere Generationen. In dieser Zeit hat sich nicht nur die Gemeinde verändert, sondern auch die Zahnmedizin: Digitale Diagnostik, moderne Behandlungsmethoden und ein stärkeres Bewusstsein für Vorsorge prägen heute den Praxisalltag. Im Interview spricht die Zahnärztin über ihre Anfänge, das besondere Vertrauensverhältnis zu ihren Patientinnen und Patienten sowie darüber, warum bei allem technischen Fortschritt der Mensch im Mittelpunkt bleibt.

Frau Reuel, vor 20 Jahren haben Sie Ihre Praxis eröffnet. Was waren damals Ihre Beweggründe, sich gerade hier in unserer Region niederzulassen?

Die Entscheidung für Vaterstetten hatte zwei Gründe. Zum einen war mir die Nähe zu meiner Familie sehr wichtig. Zum anderen wurden damals über die Zahnärztekammer freie Niederlassungsmöglichkeiten vergeben, und Vaterstetten bot eine hervorragende Gelegenheit, eine eigene Praxis aufzubauen. Rückblickend war das genau die richtige Entscheidung – ich habe mich hier von Anfang an wohlgefühlt und freue mich, Teil dieser Gemeinde zu sein.

Wenn Sie an die Anfänge zurückdenken: Wie sah der Alltag in einer Zahnarztpraxis vor 20 Jahren aus und was hat sich seitdem am stärksten verändert?

Damals war vieles natürlich deutlich analoger. Patientenakten wurden noch überwiegend in Papierform geführt, Röntgenbilder mussten entwickelt werden und viele Arbeitsabläufe waren deutlich zeitaufwendiger. Heute ist die Praxis weitgehend digital organisiert – von der Terminvergabe über digitale Röntgenaufnahmen bis hin zur modernen Diagnostik. Gleichzeitig sind auch die Behandlungsmöglichkeiten schonender, präziser und komfortabler geworden. Trotz aller technischen Entwicklungen ist eines aber gleich geblieben: Der persönliche Kontakt und das Vertrauen zwischen Zahnarzt und Patient stehen nach wie vor im Mittelpunkt.

Welche technischen oder medizinischen Entwicklungen haben die Zahnheilkunde in den vergangenen zwei Jahrzehnten besonders geprägt?

Die Digitalisierung hat die Zahnmedizin grundlegend verändert. Digitale Röntgentechnik, moderne 3D-Diagnostik, computergestützte Planung und hochwertige Materialien ermöglichen heute Behandlungen, die präziser und für die Patienten angenehmer sind. Auch im Bereich der Implantologie, der Zahnerhaltung und der ästhetischen Zahnmedizin hat sich in den vergangenen 20 Jahren enorm viel entwickelt.

Hat sich auch das Bewusstsein der Patienten für Zahngesundheit verändert?

Ja, ganz eindeutig. Viele Menschen legen heute deutlich mehr Wert auf Vorsorge und Zahnerhaltung als früher. Regelmäßige Prophylaxe und professionelle Zahnreinigung sind für viele selbstverständlich geworden. Gleichzeitig informieren sich Patienten intensiver und möchten aktiv in Entscheidungen über ihre Behandlung eingebunden werden. Diesen offenen Austausch empfinde ich als sehr positiv.

Viele Ihrer Patienten begleiten Sie vermutlich schon seit Jahren. Gibt es Begegnungen oder Geschichten aus der Praxis, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Es gibt viele schöne Momente, die in Erinnerung bleiben. Besonders freut es mich, wenn ich Familien über Generationen hinweg begleiten darf – wenn ehemalige Kinderpatienten heute mit ihren eigenen Kindern in die Praxis kommen. Das zeigt mir, wie viel Vertrauen über die Jahre entstanden ist. Genau diese langfristigen Beziehungen machen den Beruf für mich besonders erfüllend.

Wie hat sich unsere Gemeinde in den vergangenen 20 Jahren verändert – und welche Auswirkungen hatte das auf Ihre Arbeit?

Vaterstetten ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und hat sich dynamisch entwickelt. Es sind viele junge Familien hinzugekommen, gleichzeitig begleiten wir viele langjährige Einwohner bis ins höhere Alter. Dadurch ist auch das Behandlungsspektrum vielfältiger geworden. Unsere Praxis ist mit der Gemeinde gewachsen und wir freuen uns, Menschen in allen Lebensphasen begleiten zu dürfen.

Was schätzen Sie besonders an Ihrem Standort und an den Menschen, die hier leben?

Die Offenheit und das Vertrauen der Menschen hier. Vaterstetten verbindet die Nähe zur Großstadt mit einer angenehmen, persönlichen Atmosphäre. Viele Patienten kennen sich untereinander, und über die Jahre entstehen oft persönliche Gespräche, die über die eigentliche Behandlung hinausgehen. Dieses Miteinander macht den Praxisalltag sehr angenehm.

Welche Herausforderungen beschäftigen Zahnärzte heute, die es vor 20 Jahren noch nicht gab?

Die Anforderungen sind heute deutlich vielfältiger geworden. Neben dem medizinischen Fortschritt spielen Bürokratie, gesetzliche Vorgaben und die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Auch der Fachkräftemangel stellt viele Praxen vor Herausforderungen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Service, Erreichbarkeit und moderne Behandlungsmöglichkeiten. Diese Entwicklungen verlangen kontinuierliche Weiterbildung und eine hohe Anpassungsfähigkeit.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen: Wo sehen Sie Ihre Praxis und die Zahnmedizin in weiteren 20 Jahren?

Ich denke, dass digitale Technologien und künstliche Intelligenz die Diagnostik und Behandlungsplanung weiter unterstützen werden. Gleichzeitig wird der Wunsch nach zahnerhaltenden, minimalinvasiven Therapien weiter zunehmen. Für unsere Praxis wünsche ich mir, dass wir auch in Zukunft moderne Zahnmedizin mit einer persönlichen und vertrauensvollen Betreuung verbinden können. Denn bei aller Technik wird der Mensch immer im Mittelpunkt stehen.

Zum Schluss: Worauf sind Sie nach 20 Jahren Praxisgeschichte besonders stolz?

Am meisten erfüllt es mich, dass so viele Patientinnen und Patienten unserer Praxis seit vielen Jahren die Treue halten und uns ihr Vertrauen schenken. Ebenso stolz bin ich auf mein engagiertes Praxisteam, ohne das diese Entwicklung nicht möglich gewesen wäre. Gemeinsam haben wir eine Praxis aufgebaut, in der fachliche Qualität, Menschlichkeit und ein respektvoller Umgang miteinander selbstverständlich sind. Das ist für mich die schönste Bestätigung nach 20 Jahren.

Zum 20-jährigen Jubiläum ihrer Zahnarztpraxis zeigt Natalie Reuel seit Mai Bilder der Künstlerin Petra Weese in ihren Räumen. Die Ausstellung soll noch bis Jahresende laufen.

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