Heute, am 1. August 2026, wäre Altlandrat Gottlieb Fauth 70 Jahre alt geworden. Der langjährige CSU-Kommunalpolitiker und frühere Landrat des Landkreises Ebersberg verstarb am 26. Oktober 2023 nach langer Krankheit im Alter von 67 Jahren.
Mehr als drei Jahrzehnte lang setzte sich Gottlieb Fauth für seinen Heimatlandkreis ein. 1984 wurde er erstmals in den Kreistag gewählt, wie auch in den Vaterstettener Gemeinderat, dem er bis 2002 angehörte. Ab dem Jahr 2000 war er stellvertretender Landrat, von 2002 bis 2013 stand er als Landrat an der Spitze des Landkreises, als er wegen seiner schweren Erkrankung sein Amt aufgeben musste.
Während seiner Amtszeit prägte Fauth zahlreiche wichtige Entwicklungen im Landkreis. Unter seiner Verantwortung wurde die Verwaltung modernisiert und ein Qualitätsmanagement eingeführt. Der Landkreis Ebersberg stellte als erster Landkreis in Bayern auf die kaufmännische Buchführung um. Auch die Generalsanierung und Erweiterung des Landratsamts wurden in seiner Amtszeit umgesetzt.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf der Bildungspolitik. Gottlieb Fauth trieb den Bau des Gymnasiums Kirchseeon voran (Fertigstellung 2008). Auch die Realschule Poing (Fertigstellung 2012) entstand während seiner Amtszeit. Die Einrichtung der FOS/BOS in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Erding, die Erweiterung der Realschulen auf den sechsjährigen Betrieb sowie die Sanierung und Erweiterung weiterer Schulgebäude, waren weitere bildungspolitische Meilensteine. Darüber hinaus bereitete Fauth wichtige Weichenstellungen in der Klimapolitik vor. Dazu gehörten der Klimabeschluss 2030 und die Einrichtung einer Stelle für das Klimaschutzmanagement.
„Gottlieb Fauth hat den Landkreis Ebersberg über viele Jahre mit großem persönlichem Einsatz gestaltet. Viele Entscheidungen, die während seiner Amtszeit getroffen wurden, wirken bis heute fort – insbesondere im Bildungsbereich, bei der Modernisierung der Verwaltung und beim Klimaschutz“, erklärt Landrat Robert Niedergesäß. „Er war ein authentischer Mensch, der seine Überzeugungen klar vertrat und sich mit großer Verlässlichkeit für die Bürgerinnen und Bürger einsetzte. Auch nach dem Ende seiner Amtszeit blieb er dem Landkreis und den Menschen als Alt-Landrat eng verbunden und nahm trotz seiner schweren und fortschreitenden Erkrankung mit Freude am öffentlichen Leben teil. An seinem 70. Geburtstag erinnern wir uns dankbar an sein Wirken, aber auch an den politischen Weggefährten und Freund, der er für mich war.“ Im Gedenken legte der Landrat ein Blumengesteck an der Grabstätte in Vaterstetten nieder.