31. Friedensgespräch

von b304

Auf großes Interesse stieß das traditionelle Vaterstettener Friedensgespräch, das nach zweijähriger Corona-Pause in diesem Jahr unter dem hochaktuellen Motto „Der Ukrainekrieg und seine Folgen“
im offenen Haus (OHA) der Arbeiterwohlfahrt stattfand. Rund 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger, darunter auch Ukrainerinnen und Ukrainer, waren der Einladung gefolgt, um sich zu informieren und die Meinungen der Podiumsteilnehmer zur Entwicklung des Krieges und seinen möglichen Folgen zu hören und engagiert mitzudiskutieren.


Raphael Melcher, Vorsitzender der SPD Vaterstetten, eröffnete die Veranstaltung mit einem bekannten Zitat von Willy Brandt „Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts“ und gab
damit quasi schon einen Leitgedanken für die nachfolgende Diskussion vor. Der bundesweit bekannte Experte, Dr. Markus Kaim, von der Stiftung Wissenschaft und Politik, in Berlin versuchte in seinem
Eingangsreferat einen Bogen zu spannen von den ersten russischen Kriegshandlungen 2014, über die aktuelle Entwicklung in der Ukraine seit dem Überfall Russlands vor mehr als einem Jahr, bis hin zu den
langfristigen und globalen Auswirkungen des Krieges. Mit auf dem Podium war Altbürgermeister Peter Dingler, der sich durch seine eigene Biografie eng mit den Menschen in Russland aber auch der Ukraine verbunden sieht. Maria Wirnitzer, 2. Bürgermeisterin von Vaterstetten, schilderte die mittelbaren Auswirkungen des Krieges auf die kommunale Situation in Vaterstetten und den Landkreis. Insbesondere die in der Gemeinde bestehende Wohnraumknappheit mache eine adäquate Unterbringung der über 300 ukrainischen Geflüchteten nicht leicht, während die Integration der Kinder in den Schulen ganz gut gelingt.


Trotz vieler Wortmeldungen konnten die Anwesenden ihre Fragen und Anmerkungen alle einbringen. Dabei verwunderte nicht, dass die Standpunkte und Meinungen durchaus unterschiedlich waren,
insbesondere zu pro und contra weitergehender Waffenlieferungen und einem noch größeren Engagement Deutschlands. Am Beginn der Veranstaltung wurde unter herzlichen Beifall Günter
Lenz geehrt, der über 20 Jahre die Friedensgespräche mit zeitlich aktuellen Themen organisiert und moderiert hat.

(v.l.n.r.:) Peter Dingler, Dr. Markus Kaim, Raphael Melcher, Maria Wirnitzer