Was kostet die Fernwärme?

von b304

„Der umfassende Ausbau der Fernwärme mit dem gleichzeitigen Umbau unserer Erzeugung hin zur Klimaneutralität sind zentrale Elemente, damit die Wärmewende vor Ort gelingt”, sagt Michael Riek, Vorstand der Gemeindewerke Vaterstetten. Soweit so gut. Aber wir hätten da ein paar konkrete Fragen.

Herr Riek, was ist in Sachen Fernwärme für dieses Jahr geplant?

Michael Riek: Neben weiteren kundenorientierten Ausbaumaßnahmen für das Fernwärmenetz arbeiten wir an der detaillierten Planung für die kommenden Jahre. Langfristig soll die Wärme aus der geplanten tiefengeothermischen Anlage nicht nur Vaterstetten, sondern auch die Nachbargemeinden versorgen. Das bedeutet, dass wir Fernwärmeleitungen nicht nur für uns verlegen, sondern auch zur Versorgung angrenzender Gemeinden – hier gilt es Synergieeffekte zu heben, so dass Kosten reduziert werden können. Um die Kundenorientierung und den persönlichen Kontakt zu verbessern, wird das Team der Gemeindewerke zeitnah durch einen neuen Vertriebskollegen ergänzt.

Viele Bürger warten auf konkrete Aussagen zum Ausbau des Fernwärmenetzes und dem Preis. Warum gibt es die derzeit noch nicht?

Es gibt aktuell natürlich einen Preis für Fernwärme und der ist auch kein Geheimnis. Ihre Frage zielt aber auf die Preisgestaltung ab, sobald die Wärmequelle Geothermie ist. Der Preis kann aber erst seriös kalkuliert werden, wenn wir alle Parameter kennen, d.h., wenn wir die Kosten der Geothermie kennen und wenn wir wissen, wie viele Bürger sich an das Netz anschließen lassen wollen. Je mehr Kunden sich für die Fernwärme entscheiden, desto besser die Konditionen. Und zum Ausbau: Natürlich können wir jeden verstehen, der in absehbarer Zeit seine Heizung umstellen will oder muss. Aber der Ausbau des Fernwärmenetzes ist kostenintensiv und macht im großen Stil erst Sinn, wenn wir wissen, ob die Geothermiebohrung erfolgreich war. Weiter werden wir im ersten Quartal die Netzstrategie mit Blick auf die Versorgung der angrenzenden Kommunen festlegen. Dieses werden dann die Haupttrassen, von denen aus wir die Kunden versorgen werden. Trotzdem haben Sie eingangs gesagt, dass das Fernwärmenetz bis dahin weiterentwickelt wird. Das ist auch korrekt. Wir konzentrieren uns auf das, was derzeit sinnvoll ist: Nachverdichtung dort, wo bereits ein Netz besteht. Das ist technisch effizienter und wirtschaftlich vernünftig. Derzeit betreiben die Gemeindewerke schon 13 km Verteilnetz im Gemeindegebiet. Fernwärme ist kein Einzelprojekt, sondern ein Gemeinschaftssystem. Die Investitionen für Leitungen und Erzeugung fallen unabhängig von der Zahl der Kunden an. Je höher die Anschlussdichte, desto besser lassen sich diese Kosten verteilen. Deshalb wirkt sich Nachfrage direkt auf die Wirtschaftlichkeit und langfristig auch auf stabile Preise aus.

Was bedeutet Nachverdichtung konkret für die Anwohner?

Ganz einfach: Wo Leitungen bereits liegen, können weitere Häuser vergleichsweise unkompliziert angeschlossen werden. Je mehr Haushalte in einem Gebiet mitmachen, desto besser lässt sich das Netz auslasten. Davon profitieren am Ende alle Nutzer.

Will sagen: Das Netz folgt den Kunden?

Ja. Wir bauen derzeit nicht auf Verdacht. Wir wollen wissen, wo tatsächlich Bedarf besteht. Der Auftrag ist klar: zuhören, Nachfrage erfassen, realistische Bilder gewinnen – nicht nur im Zentrum von Vaterstetten, sondern auch in anderen Gemeindeteilen.

Was sollten interessierte Hausbesitzer jetzt tun?

Sich bei uns informieren, anrufen, Fragen stellen und ihr Interesse anmelden, wenn Fernwärme grundsätzlich infrage kommt. Frau Müller, ich und der zukünftige Vertriebsmitarbeiter stehen jederzeit zur Verfügung und beraten Sie gerne ausführlich. Weiter sind auch Kundenveranstaltungen geplant.

Welche Voraussetzungen muss ein Haus für Fernwärme erfüllen?

Prinzipiell keine besonderen Voraussetzungen. Dort, wo die derzeitige Heizung installiert ist, wird eine Übergabestation montiert. Vorteil ist ebenfalls, dass keine Heizkörper getauscht oder Fußbodenheizung installiert werden müssen. Sofern Öltanks demontiert werden, gewinnen die Kunden sogar weitere Nutzfläche im Haus.

Abschließend gefragt: Was ist Ihr Anspruch beim Fernwärmeausbau in Vaterstetten?

Lassen Sie es mich so sagen – oberste Priorität ist die Versorgungssicherheit! Wir lie- fern zuverlässig 365 Tage im Jahr 24 Stunden für den Kunden sorgenfreie Wärme! Weitere Säule ist die Wirtschaftlichkeit – wir sind im Wettbewerb zu anderen Wärmelösungen, daher müssen wir ein gutes Produkt zu wirtschaftlichen Konditionen anbieten. Drittens – der Kunde ist im Fokus. Wir suchen nach den besten Lösungen im Sinne zufriedener Kunden und würden uns freuen, wenn diese uns als ihren Wärmeversorger weiterempfehlen.

Herr Riek, besten Dank für das Gespräch.

Nähere Infos: Gemeindewerke Vaterstetten Telefon: 08106 / 383-161, E-Mail: info@gw-vat.de