Die Wanderausstellung „Die Opfer der „Aktion T4 aus Bayern“ ist ab heute bis zum 13. März im kbo-Klinikum Haar zu besichtigen. „Unsere Aufgabe und unsere Verpflichtung ist es, an die Opfer und deren Namen zu erinnern. Erinnerung ist kein rückwärtsgewandter Akt, sondern ein Beitrag zu Verantwortung und Wachsamkeit in der Gegenwart“ betonte Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger bei der Eröffnung der Ausstellung.
Über 7 600 Menschen aus bayerischen Heil- und Pflegeanstalten wurden 1940 und 1941 während der „Aktion T4“ in den nationalsozialistischen Tötungsanstalten Grafeneck, Pirna-Sonnestein und Hartheim (Österreich) ermordet. Beispielhaft erzählt die Ausstellung 14 Lebensgeschichten von Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen und psychischen Krankheiten aus Ober- und Niederbayern, aus der Oberpfalz, aus Ober-, Mittel- und Unterfranken sowie aus Schwaben. Sie wurden im Nationalsozialismus von ärztlichem, pflegerischem und Verwaltungpersonal als vermeintlich „lebensunwertes Leben“ zunächst stigmatisiert, dann verfolgt und schließlich ermordet.
„Wenn wir heute erinnern, dann aus der Verantwortung für eine Gesellschaft, in der die Würde des Menschen unantastbar ist – ohne Einschränkung“ erklärte der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Peter Brieger.
Die Wanderausstellung verdankt sich der gemeinsamen Initiative der Stiftung Sächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim sowie der Gedenkstätte Grafeneck e.V. Finanzielle Förderung erfuhren sie durch die bezirklichen Gesundheitsunternehmen in Bayern. Fachliche Unterstützung boten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und Zwangssterilisation. Ebenso hilfreich waren zahlreiche Mitarbeitende der Bezirksheimatpflege und der einzelnen Bezirksarchive.
Gerne bietet das kbo-Klinikum Haar Führungen an. Bitte melden Sie sich formlos per Mail an: henner.luettecke@kbo.de
Die Ausstellung ist bis zum 13. März 2026 im Verwaltungsgebäude des kbo-Klinikums an Werktagen von 7-18.00 Uhr zu besichtigen.

(Reihe dahinter:)
Prof. Dr. Peter Brieger, Ärztlicher Direktor des kbo-Isar-Amper-Klinikum,
Thomas Schwarzenberger, Bezirkstagspräsident Oberbayern,
Dr. Sibylle von Tiedemann, Gedenkinitiative,
Daniel Hildwein, Gedenkstätte Grafeneck.
(Reihe dahinter:)
Brigitta Wermuth, Pflegedirektorin des kbo-Isar-Amper-Klinikum,
Nicolas von Oppen, Geschäftsführer des kbo-Isar-Amper-Klinikum,
Peter Eigelsberger, Gedenkstätte Hartheim,
Dr. Andreas Bukowski, Bürgermeister der Stadt Haar. (Foto: kbo)
