Tennishallenbau mit bürokratischen Hürden

von Leon Öttl

Der Bau der geplanten Zweifach-Tennishalle des SCBV am Sportgelände an der B304 soll noch in diesem Jahr beginnen. Doch obwohl die Planungen weit fortgeschritten sind, sieht sich der Verein aktuell mit bürokratischen Herausforderungen konfrontiert.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Tennisabteilung wurde der aktuelle Stand des Projekts vorgestellt. Zunächst standen allgemeine Punkte zum Vereinsleben auf der Tagesordnung: Mit 349 Mitgliedern sei man hier nahezu konstant. Sportlich sei die letzte Saison ausgeglichen gewesen. Im Jugendbereich habe man den „Ernst-Rupprecht-Preis“ ins Leben gerufen, um engagierte Nachwuchstalente zu fördern. Die finanzielle Lage sei „sehr gut“. Zwar habe man ein leichtes Minus gemacht, was aber hauptsächlich an Kosten für die Instandhaltung und ein Bodengutachten im Rahmen des Tennishallenbaus liegt.

Derzeit verfügt die Anlage über 9 Freiluft-Courts, die im Winter nicht bespielbar sind: dies soll sich mit der Zweifach-Halle künftig ändern. Im Laufe der über achtjährigen Planung wollte man die Halle zunächst im Südwesten der Anlage bauen – und so die Anzahl der bespielbaren Plätze erweitern. Da dort die Haselmaus gesichtet wurde, ist ein Bau an dieser Stelle jedoch nicht möglich – stattdessen soll die Halle im Osten der Anlage entstehen. Dadurch werden zwei Freiluftplätze ersetzt. Somit bleibt die Anzahl der Plätze immerhin gleich.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro netto. Finanziert wird der Bau durch Eigenmittel, Darlehen sowie Fördergelder: Sowohl der BLSV als auch die Gemeinde Vaterstetten unterstützen das Vorhaben mit jeweils rund 270.000 Euro. Zusätzlich stellt die Gemeinde einen zinsgünstigen kommunalen Kredit bereit, der über 20 bis 25 Jahre zurückgezahlt werden soll.

Los gehen soll es mit dem eigentlichen Bau nach Abschluss der Saison. Somit wird es für den Spielbetrieb in diesem Jahr möglichst wenig Einschränkungen geben. Schon an diesem Wochenende wird eine Ersatzbepflanzung vorgenommen, mit Unterstützung des Gartenbauvereins. 

Im ersten Schritt des eigentlichen Baus sollen dann Erdarbeiten durchgeführt und das Fundament gelegt werden, auch die Hülle der Halle soll errichtet werden. Voraussetzung dafür ist die Baugenehmigung.

Diese wurde am Freitag, den 13. März beantragt – ein Unglückstag? „Wir hoffen auf eine zügige Bearbeitung“, so der Vorsitzende Reinhard Lorch auf der Versammlung. Doch bereits nach zwei Tagen gab es erste Herausforderung, die „nicht trivial“ seien. 

Lorch schilderte den Mitgliedern ein Beispiel: Regenwasser – selbst erhält die Halle keinen Wasseranschluss, doch das Regenwasser sollte über Fallrohre abgeleitet werden – doch das sei nicht „erlaubnisfrei“, den Verein habe eine „endlose Liste“ einzureichender Unterlagen für eine Genehmigung erreicht. Gut 15 Anrufe und 15 E-Mails später habe man endlich die Auskunft erhalten, dass unter 1.000 Quadratmeter Dachfläche keine Genehmigung erforderlich ist – nun soll das Wasser beider Dachhälften getrennt ins Grundwasser geleitet werden – genehmigungsfrei. 

Ein Einzelfall ist das nicht. Laut Lorch nimmt die Klärung solcher Detailfragen aktuell mehrere Stunden täglich in Anspruch. Auch bei Themen wie Heizung oder Löschwasserversorgung besteht noch Abstimmungsbedarf mit den Behörden.

Bevor es im Herbst hoffentlich mit dem Bau los geht startet die Saison wie gewohnt: Nach der Ersatzbepflanzungsaktion an diesem Wochenende findet Mitte April das jährliche Ramadama statt. Am Freitag, 1. Mai findet dann ab 12 Uhr das Schleiferlturnier statt. Anschließend, von 14 bis 17 Uhr, lädt der Verein dann alle herzlich zum Schnupper-Tennis auf das Gelände am Herman-Haage-Weg 2 in Zorneding an der B304 ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.