In den vergangenen Tagen wurden mehrere Fälle von Betrug über sogenannte Neobroker gemeldet – auch ein 62-jähriger Vaterstettener wurde Opfer der „Smishing“-Masche (Phishing-SMS). Der bislang bekannt gewordene Schaden beträgt insgesamt rund 50.000 Euro, die Kriminalpolizei ermittelt und warnt vor der aktuellen Betrugsmasche.
Neobroker ermöglichen es, mit wenigen Klicks unkompliziert Geld am Kapitalmarkt anzulegen. Zur Nutzung werden meist lediglich ein dort erstelltes Bankkonto sowie ein Smartphone benötigt. Einige Kundinnen und Kunden des Neobrokers „Trade Republic“ erhielten in den vergangenen Tagen betrügerische Anrufe, E-Mails oder SMS („Smishing“) und gaben daraufhin den Zugriff auf ihr Konto frei oder transferierten Gelder an andere Plattformen. Die Nachrichten stammten nicht von Trade Republic, sondern von bislang unbekannten Cyberkriminellen. Die Firma Trade Republic hat bereits auf die Betrugswelle reagiert und warnt Kunden offiziell vor der Betrugsmasche.
Beim sogenannten „Smishing“ handelt es sich um Phishing-SMS, also Betrugsversuche durch Cyberkriminelle, die sich als offizielle Absender ausgeben und so versuchen, Zugangsdaten zu Online-Banking oder Brokern zu erlangen.
In allen genannten Fällen wurden die Gelder weiter transferiert oder der Zugriff auf die Krypto-Plattformen eingefroren, sodass den Opfern ein entsprechender Vermögensschaden entstand.
Die Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt in einigen der genannten Fälle und rät der Bevölkerung, sich mit gesundem Misstrauen vor derartigen Betrugsmaschen zu schützen:
- Oberstes Gebot ist Vorsicht! Lassen Sie sich mit Anrufen oder SMS nicht unter Druck setzen. Die Betrüger drängen gezielt auf zeitnahes Handeln
- Öffnen Sie keine Links in SMS unbekannter Herkunft, installieren Sie keine neuen Anwendungen, wenn Sie am Telefon dazu aufgefordert werden
- Loggen Sie sich nicht über Links aus SMS oder Mails ein, sondern tippen Sie die korrekte Adresse manuell ins Browserfenster ein und prüfen Sie, ob es sich um eine gesicherte Verbindung handelt (z.B. durch Schloss-Symbol gekennzeichnet)
- Übermitteln Sie niemals persönliche oder vertrauliche Daten oder Login-Informationen per Telefon, SMS oder Mail
- Geben Sie niemals PIN- oder TAN-Nummern per Telefon, SMS oder Mail heraus. Mitarbeiter von Banken und Geldinstituten werden niemals nach PIN, TAN oder ähnlichen sicherheitsrelevanten Nummern fragen!
- Informieren Sie sich über gängige und aktuelle Betrugsmaschen auf den offiziellen Seiten der Polizei, des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik oder bei den Verbraucherzentralen.
