Bei der Jahreshauptversammlung der SCBV-Tennisabteilung haben die Mitglieder den bisherigen Vorstand im Amt bestätigt. Die aktuellen Planungen für eine Zweifach-Tennishalle wurde von den Mitgliedern bestätigt.
Der Vorsitzende Reinhard Lorch betonte, ihm seien drei Aspekte wichtig, darunter eine schöne Anlage und eine gute Gastronomie. Für die neuen Pächtern der Vereinsgaststätte gab es Lob. Das dritte Projekt stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung: Eine eigene Tennishalle. „Wir sind mehr denn je davon überzeugt, dass wir eine eigene Tennishalle brauchen“, so Lorch gegenüber der Mitglieder: „Ohne eigene Tennishalle hat dieser Verein keine Zukunft“.
Derzeit verfügt der Verein über neun Felder – allesamt Freiluftcourts, die im Winter nicht bespielbar sind. Gleichzeitig nahmen die Kapazitäten im Winter in der Spötzl-Halle laufend ab, die Situation insbesondere für die Jugend „sehr, sehr schlimm“, wie der Jugendwart Rolf Wierig betonte. Man sei sehr dankbar, dass man für das Jugendtraining nach Anzing ausweichen könne. Die Halle wurde jüngst an einen Investor verkauft, drei Plätze sollen für sogenanntes Padel-Tennis umgerüstet werden.
Finanziell steht der Verein gut da, so der Vorsitzende Lorch – man habe im Laufe der letzten zehn Jahre den Kassenbestand erhöhen können, und das trotz seit der Euro-Einführung gleich bleibenden Mitgliedsbeiträgen. Das Eigenkapital sei auch nötig, denn man habe sich ein „sehr kostspieliges Investitionsprojekt auf die Fahne geschrieben“: Den Bau der rund 1,6 Millionen Euro teuren Tennis-Halle.

Inzwischen ist man im achten Jahr der Planung. Geplant war ursprünglich, die Halle im Südwesten der bestehenden Anlage zu errichten und somit mehr spielbare Plätze zu haben – doch ausgerechnet die Haselmaus machte einen Strich durch die Rechnung. Aufgrund des Artenschutzes ist der Neubau an der gewünschten Stelle nicht möglich. Doch der Verein gab nicht auf: „Aus der Not heraus“ suchte man nach einer Alternativlösung.
Diese hat man durch den Ersatz zweier bestehenden Freiluft-Courts gefunden: die neue Halle soll nun im Osten der Anlage gebaut werden. Die entsprechende Änderung des Bebauungsplanes wurde Ende letzten Jahres im Zornedinger Gemeinderat, der zuständig ist, da sich die Sportanlage auf Zornedinger Gemeindegrund befindet, beschlossen – Eigentümerin der Fläche ist die Gemeinde Vaterstetten.
Mit dem Neubau bleibt es bei insgesamt neun Plätzen – „ein Schwachpunkt“ und zugleich doch „das kleinere Übel“, so Lorch. Auch mit sieben Freiluftplätzen sei man gut bedient. Spitzenauslastungen erreiche man vor allem in den Sommermonaten. „Wir verlieren de facto keine Plätze“, so der Vorsitzende – perspektivisch soll vor allem das Jugendtraining auf den zwei Indoor-Plätzen stattfinden, um einen Trainingsbetrieb unabhängig von Jahreszeit und Wetter gewährleisten zu können. Für die Mitglieder hieß es – „go oder no“ – entweder die Halle komme, oder nicht.

„Das ist kein triviales Thema, da stecken neben der Zeit viele Unwägbarkeiten drinnen“, so Lorch, der die Finanzierung der Halle den Mitgliedern detailliert vorstellte: Rund 1,6 Millionen soll der Bau netto kosten – dabei beruht die Finanzierung auf vier Säulen: Zunächst Eigenkapital des Vereins und einer Förderung durch den Bayerischen Landessportverbands. Der Verband fördert Sporthallen in „finanzstarken Gemeinden“, zu denen Zorneding und Vaterstetten zählen, mit 20% der Baukosten als Zuschuss sowie einem Darlehen in Höhe von 10 Prozent der Baukosten. Bereits 2021 hatte der Gemeinderat Vaterstetten zudem einstimmig einen Festkostenzuschuss in Höhe von 150.000 Euro beschlossen. Die verbleibenden Kosten sollen durch ein Darlehen der Gemeinde finanziert werden, das ebenfalls in 2021 beschlossen wurde. Ob sich hier aufgrund der Baukostensteigerung – ursprünglich ging man von 1,2 Millionen Euro Baukosten aus – noch Änderungen ergeben, ist noch mit der Gemeinde abzustimmen. Das Projekt genießt großen Rückhalt im Gemeinderat, es gilt als unumstritten.
Los gehen soll es im kommenden Jahr, doch das ist von der Schnelligkeit der Bürokratie abhängig. „Wir werden und schon ein weiteres Jahr gedulden müssen“, so Lorch. Mindestens zwei Jahre müsse man noch ohne eigene Halle auskommen.
Mit einer Gegenstimme sprach sich eine klare Mehrheit der Mitglieder für den Bau aus. Diese soll als Stahlkonstruktion mit Hartplatzbelag entstehen, die Dachfläche soll zudem von der 3E-Genossenschaft angemietet werden, um eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zu installieren. Für das Vorstandsteam gab es Applaus: „Alle Achtung für die Arbeit“, tönte aus aus dem Publikum.
Bei den Neuwahlen zeigten sich die Mitglieder ebenfalls mit dem bewährten Team zufrieden: Reinhard Lorch als Vorsitzender, Frank Losem als Stellvertreter, Rolf Wierig als Jugendwart, Holger Königstein als Sportwart , Christian Kleißl als Schatzmeister und technischer Leiter sowie Andrea Mooslechner als Schriftführerin wurden einstimmig im Amt bestätigt.