Kleines Theater Haar setzt Zeichen für Demokratie, Erinnerung und Zusammenhalt

von b304

Mit drei sehr unterschiedlichen, aber thematisch eng verbundenen Veranstaltungen macht das Kleine Theater Haar in diesem Frühjahr auf die besondere Verantwortung von Kunst und Kultur für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Erinnerungskultur aufmerksam.

Den Auftakt bildet am 17. März 2026 im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus eine Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Rassismus in Deutschland“ (2021) von Johannes Rosenstein und Ralf Bücheler, in dem drei junge Menschen von ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus berichten. Im Anschluss moderiert Intendant Matthias Riedel-Rüppel die Diskussion unter dem Titel „Kann uns der Unterschied einen? – Gegen Rassismus und für Demokratie“. Der Eintritt ist frei.

Am 8. Mai folgt eine Lesung mit dem Autor Christoph Poschenrieder, der aus seinem Roman „Fräulein Hedwig“ liest. Das Buch erzählt die Geschichte seiner Großtante Hedwig Poschenrieder, die 1944 in der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar ermordet wurde. Die Lesung wird von einer Podiumsdiskussion begleitet und ist dem Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen gewidmet.

Den Abschluss der Reihe bildet am 28. Mai das vielfach ausgezeichnete Figurentheaterstück „F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig“ von Nikolaus Habjan. Die Inszenierung erzählt eindrucksvoll die Lebensgeschichte Friedrich Zawrels, eines Überlebenden der NS-Kinderfachabteilung „Spiegelgrund“, und arbeitet ein dunkles Kapitel österreichischer und deutscher Geschichte auf.

“F. Zawrel- erbbiologisch und sozial minderwertig” (Foto: Kleines Theater Haar)

„Wir wollen mit diesen Veranstaltungen deutlich machen, dass das Kleine Theater Haar ein Ort ist, an dem sich alle Menschen auf Augenhöhe begegnen sollen – ein Ort, an dem kein Platz für Rassismus, Stigmatisierung und Ausgrenzung ist“, betont Intendant Matthias Riedel-Rüppel. Zugleich verstehe sich das Theater als Raum, der gesellschaftliche Verantwortung übernimmt und erinnerungskulturelle Arbeit lebendig hält.