„Keine Geothermie-Heizzentrale am Bolzplatz in Neukeferloh-Nord.“ Das fordern FWG, CSU und die Grünen im Grasbrunner Gemeinderat. Alle drei Fraktionen haben sich dafür ausgesprochen, die Planung am Bolzplatz aufzugeben und stattdessen zwei Alternativstandorte weiterzuverfolgen. Neben dem Grundstück an der KFZ-Zulassungsstelle am Bretonischen Ring in Neukeferloh soll ein weiterer Standort östlich der Autobahn A99 und südlich der Bahn-Linie gefunden werden.
„Der Gemeinderat beschließt, den bisher vorgesehenen Standort der Heizzentrale Geothermie am Bolzplatz (Neukeferloh Nord) nicht weiterzuverfolgen“, so der Beschlussvorschlag der drei Gemeinderatsfraktionen im Wortlaut. „Ziel des Antrags ist es, frühzeitig klare Prioritäten zu setzen, Planungssicherheit zu schaffen und gleichzeitig eine transparente, sachliche Standortentscheidung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zugunsten der Energiewende zu ermöglichen. Zu diesem Zweck sollen die ausgewählten Standorte neutral und ergebnisoffen verglichen werden.“
Grundsätzlich ist die Errichtung einer Heizzentrale für die geothermische Wärmeversorgung nach Einschätzung der drei Fraktionen ein zentrales Infrastrukturprojekt für die nachhaltige und klimafreundliche Energieversorgung der Gemeinde Grasbrunn. Der bislang von der Verwaltung favorisierte Standort am Bolzplatz in Neukeferloh-Nord stieß jedoch in der Bevölkerung auf erhebliche Akzeptanzprobleme und greift in eine wichtige Fläche für Sport, Freizeit und Ortsleben ein.
„Zudem bestehen städtebauliche und soziale Bedenken, die eine weitere Priorisierung dieses Standorts nicht sinnvoll erscheinen lassen. Die Umsetzung würde aufgrund der bevorstehenden Einwendungen gegen die Planung erheblich in die Länge gezogen. Wir wollen dieses wichtige Projekt jedoch nicht gefährden und bitten daher, die beiden vorgeschlagenen Varianten zu favorisieren und letztlich die notwendigen Schritte einzuleiten“, so die drei Fraktionen in der Begründung ihres Antrags.
Demgegenüber bieten die beiden Standorte östlich der Autobahn und südlich der Bahnlinie nach Überzeugung der Antragsteller deutliche Vorteile, wie:
- die beste verkehrliche Anbindung (direkte Leitungswege)
- geringere Konflikte mit Wohn- und Freizeitnutzungen,
- vermutlich keine langwierigen Gerichtsprozesse, die den Erfolg des Projekts gefährden könnten,
- bestehende infrastrukturelle und gewerbliche Prägung des Umfelds,
Als realistischste Alternative sehen FWG, CSU und Grüne das Grundstück neben der KFZ-Zulassungsstelle des Landkreises München am Bretonischen Ring in Neukeferloh. Über die oben genannten Vorteile hinaus verspreche dieser Standort den geringsten Eingriff in die Natur (keine oder nur minimale Rodung erforderlich), weil die Fläche bereits versiegelt ist. Die Umsetzung der Heizzentrale auf dem Grundstück des Landkreises München erscheine auch bis 2028 realistisch. Als weitere Möglichkeit solle ein Standort nahe der Autobahn A99 und der Bahn-Linie geprüft werden.
„Wichtig ist uns, dass die Entscheidung darüber nicht über die Köpfe der Menschen hinweg getroffen wird, sondern wir die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig, transparent und umfassend über den Planungsprozess informieren. Wir wollen gemeinsam mit ihnen die beste Lösung für unsere Gemeinde finden,“ so die Initiatoren des Antrags.
