Das Startup Isar Aerospace, das derzeit in Parsdorf seinen neuen Firmensitz baut, will heute Abend seine Rakete Spectrum zum zweiten Mal testen. Der Livestream beginnt voraussichtlich um 20 Uhr. Wenn alles gut geht, soll die „Bayern-Rakete“ dann um 21 Uhr abheben. Aktuell seien die Wetterbedingungen vor Ort gut. Aber auch die Technik muss mitspielen. Der erste Start endete nach etwa 30 Sekunden mit einer spektakulären Explosion im Meer – wegen Problemen mit einem Ventil und der Stabilität der Rakete.
Sollte Spectrum von der norwegischen Insel Andøya aus eine Umlaufbahn erreichen, wäre das das erste Mal für eine deutsche Rakete. Aber um solche Rekorde geht es Mitgründer und Geschäftsführer von Isar Aerospace Daniel Metzler nicht. Raumfahrt sei essenziell für eine widerstandsfähige Gesellschaft, sagt er, und mit nur acht von weltweit 330 Starts ins All vergangenes Jahr sei Europa in der Raumfahrt hinterher.
Der aktuelle Flug ist ein Vorgeschmack auf das, was Isar Aerospace einmal sein will: kein symbolträchtiges Einzelprojekt, sondern ein Rakatenhersteller mit Serienanspruch. Nach Firmenangaben sind bislang rund 500 Millionen Euro in das Unternehmen geflossen; zu den Investoren zählen auch Porsche und die Nato. In Parsdorf soll noch in diesem Jahr ein rund 40.000 Quadratmeter großer Produktionsstandort eröffnen, fünf weitere Raketen seien bereits in Arbeit.
