Großartige Erfolge für Leichtathleten

von b304

Von der deutschen Senioren-Meisterschaft am ersten Märzwochenende in Düsseldorf sind die Vertreter des TSV Vaterstetten mit vier Gold- und einer Bronzemedaille zurückgekehrt. Und diesmal war es nicht allein Gerhard Zorn, der für die Titel verantwortlich war.
Erstmalig konnte nämlich Dirk Schönmetzler über 60 m Hürden in der Altersklasse M50 eine deutsche Meisterschaft gewinnen. Und eine Bronzemedaille kam im Weitsprung auch noch dazu!
Hier seine Eindrücke:
„Im Weitsprung habe ich gleich im ersten Versuch das Brett sehr gut getroffen und mit 5,55 m ,einen
rausgehauen‘ und die bisherige Saisonbestleistung um 17 cm überboten. Ansonsten bin ich recht konstant gesprungen und sehr zufrieden mit meiner Leistung. Um noch weiter vorne zu landen, hätte
ich die Leistung aus der Freiluftsaison aus dem Vorjahr überbieten müssen.
Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder morgens Richtung Halle, der Start der 60 m Hürden war
für 10:15 Uhr angesetzt. Beim Lauf selbst habe ich den Start gut erwischt – und dann bin ich gleich an
der ersten Hürde leicht hängengeblieben und fast ins Straucheln gekommen. Aber auf zur nächsten
Hürde – und dort stellte ich fest, dass ich trotzdem in Führung liege. Noch drei Hürden, dann ins Ziel
– und plötzlich hat man den Titel „Deutscher Meister“. Ein tolles Gefühl!
Plötzlich standen zwei nette Personen neben mir und haben mich zur Dopingprobe aufgefordert und
entsprechend eskortiert. Das war dann nochmal ein ganz eigenes Erlebnis – zumal ich nicht zur berühmten Urinprobe aufgefordert wurde, sondern zu einem neuen Verfahren, bei dem am Oberarm
Blut entnommen wird.“
Während die Erfolge von Dirk für manche Beobachter überraschend kamen, konnte Gerhard Zorn seiner großen Titelsammlung drei weitere nationale Meisterschaften hinzufügen. In der Altersklasse M70, in die er in diesem Jahr neu „aufgestiegen“ ist, ging er über die Distanzen von 60 m, 200 m und 400 m jeweils als Favorit an den Start – und wurde dieser Rolle auch gerecht. Hier sein Rückblick:
„Mein 60-m-Lauf fand diesmal gleich als Zeitendlauf statt. Es gab also im Gegensatz zur bisherigen
Praxis keine Vorläufe, auch nicht für die unteren Altersklassen. Das ist eigentlich schade, andererseits
war es in diesem Jahr angesichts des straffen Zeitplans vielleicht nicht anders zu machen. Im
vergangenen Jahr habe ich zum Beispiel das 60-m-Finale sausen lassen, weil ein paar Minuten darauf
der 400-m-Lauf angesetzt war.
Ich war auf mein 60-m-Ergebnis echt gespannt, denn beim Dieter-Krumm-Sportfest in Fürth vor ein
paar Wochen war ich deutschen Rekord mit 8,18 Sek. gelaufen – eine Zeit, die mich damals sehr überraschte. Denn: Das letzte Mal war ich im Jahr 2020 mit 8,11 Sek. schneller gewesen, und zuletzt
lag ich immer über 8,4 Sek. Es ging also für mich darum, an die gute Zeit vom Januar anzuknüpfen.
Gestoppt wurde ich dann als Erster im Ziel mit 8,19 Sek., konnte also meine Zeit von vor ein paar Wochen bestätigen. Die Gründe für diese deutliche Verbesserung in diesem Winter können
eigentlich nur in einer veränderten Startposition („Drei-Punkt-Start“) und einer veränderten
Laufhaltung liegen. Zudem hatte ich im Vorfeld ein paar Trainingseinheiten mit dem Zugschlitten
gemacht. Zumindest über die 60-m-Distanz hatte sich mein Training also rentiert.
Interessantes Detail: Meinen deutschen Rekord in Fürth hatte damals vor Ort keiner so recht
mitbekommen. Zwar fand sich mein Ergebnis sofort in den elektronisch geführten Jahresbestenlisten
des DLV, nicht aber in den als PDF-Dateien geführten Listen mit allen deutschen Rekorden. Insofern
war es nicht verwunderlich, dass der Hallensprecher in Düsseldorf meine 8,19 Sek. gleich nach dem
Lauf als neue deutsche Bestleistung ansagte. So kam ich also doch noch zu gebührendem Applaus für
meinen Rekord, wenn auch zur falschen Zeit, am falschen Ort und für die falsche Leistung.
Die 200-m- und 400-m-Läufe gewann ich dann mit gutem Abstand vor den Zweitplatzierten, aber mit
den erreichten Zeiten war ich nicht wirklich zufrieden (26,48 Sek. und 60,64 Sek.). Vielleicht hatte das
auch damit zu tun, dass ich diesmal nicht an der Europameisterschaft der Masters teilnehmen werde,
die in ein paar Wochen in Torun/Polen stattfinden werden. Deswegen war ich zuletzt insbesondere
beim anstrengenden 400-m-Training eher sparsam gewesen.“
Die letzte Disziplin für die beiden hieß dann „45-Minuten-Fußmarsch“ von der Halle zum Flughafen. Nach zwei Tagen Wettkampfsport also „endlich ein bisschen Bewegung“, wie Dirk augenzwinkernd
sagte, und genügend Zeit, um die Eindrücke Revue passieren zu lassen.

Glückwunsch an Gerhard Zorn (li) und Dirk Schönmetzler (Foto: TSVV/Leichtathletik)
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