Förderung für Parsdorfer Sportgelände beantragt

von Leon Öttl

Nicht nur das Runde muss ins Eckige, sondern auch Fördermittel in die Gemeindekasse: Im Rahmen eines Bundesförderprogramms für kommunale Sportstätten könnte die Gemeinde nun einen Teil der Kosten für die Erweiterung des Parsdorfer Sportgeländes erhalten. Doch Umfang, Finanzierung und Vorgehen sorgen im Gemeinderat für kontroverse Diskussionen.

Pläne für eine Erweiterung gibt es bereits seit 2017. Vorgesehen sind unter anderem ein zusätzlicher Kunstrasenplatz sowie neue Umkleide- und Sanitäranlagen, um die Kapazitäten für den Spiel- und Trainingsbetrieb zu erhöhen.

„Der aktuelle Zustand der Sportanlagen ist seit Jahren unzureichend“, sagt Konrad Rauch, erster Vorsitzender des FC Anzing Parsdorf. Es fehle an sanitären Anlagen und Umkleidemöglichkeiten. Zudem werde einer der Plätze als Pausenhof der benachbarten Grundschule genutzt, „was die sportliche Nutzung erheblich einschränkt“. Gleichzeitig seien die bestehenden Rasenflächen stark überlastet.

Wichtige vorbereitende Schritte hat die Gemeinde bereits unternommen: 2022 erwarb die Gemeinde entsprechende Flächen von der Landeshauptstadt, Ende 2024 schuf der Gemeinderat die rechtlichen Voraussetzungen für die Nutzung als Sportgelände.

Ein vom FC Anzing Parsdorf vorgelegter Plan sieht neben einem Kunstrasen- und einem Rasenplatz auch eine Pumptrack-Anlage für BMX, ein Beachvolleyballfeld sowie einen Trimm-dich-Pfad vor. Im Gemeinderat stieß der große Umfang der Planung auf Kritik. Die vollständige Umsetzung wurde angesichts der Kosten als „Wunschkonzert“ bezeichnet, auch der Kämmerer äußerte sich zurückhaltend. Dennoch reichte die Gemeinde für das Förderprogramm bewusst die umfassende „große“ Planskizze ein.

Der Verein betont, dass der Fokus klar auf den sportlich notwendigen Elementen liege. „Zentral sind der Bau eines Kunstrasenplatzes als Ersatz für den bisherigen Platz 1 sowie ausreichende Umkleide- und Sanitärmöglichkeiten“, so Rauch. Diese seien für den Trainings- und Spielbetrieb essenziell, während die weiteren Angebote vor allem der Attraktivität des Geländes dienten.

Finanziell ist das Projekt eine Herausforderung. Ursprünglich wurden die Kosten für die Planung – ohne Umkleiden, Bewässerung, Flutlichtanlage und Erschließung – auf 3,6 Millionen Euro geschätzt. Das Bauamt geht inzwischen von Gesamtkosten von gut sechs Millionen Euro aus. Über das Förderprogramm könnten maximal 2,7 Millionen Euro bezuschusst werden, aktuell sind rund 4,5 Millionen Euro im Haushalt eingeplant.

Der Verein begrüßt die Bewerbung um die Fördermittel ausdrücklich. Mit zusätzlichen, zeitgemäßen Sportflächen und einer verbesserten Infrastruktur könnten die Bedingungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Vereins- und Schulsport deutlich verbessert werden. In der Förderung sieht man die Chance, „eine zukunftsfähige Sportinfrastruktur für die gesamte Gemeinde“ zu schaffen.

Ohne Förderung wäre die Umsetzung in dieser Form nicht möglich, da andernfalls Leistungen gestrichen werden müssten, um die Kosten zu senken.

Gleichzeitig ist die Aussicht auf Fördermittel unsicher. Bundesweit stehen 333 Millionen Euro zur Verfügung – bei einer „enormen Antragsflut“, wie Sabine Remling von der Kämmerei betonte. Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) sprach von einem „Versuch“: „Wer nicht wagt, der nichts gewinnt.“ Der Antrag sei bereits eingereicht worden, da die Frist zur Interessensbekundung abgelaufen war.

Genau dieses Vorgehen sorgte für Kritik. Felix Edelmann (Grüne) äußerte Zweifel, ob man die Förderung überhaupt erhalte – zumal nicht alle Maßnahmen der großen Planung förderfähig seien. David Göhler zeigte sich verärgert, der Gemeinderat sei „an der Nase herumgeführt“ worden, da die umfassende Planung ohne vorherige Diskussion eingereicht worden sei. Bürgermeister Spitzauer entgegnete, der Zeitdruck sei hoch gewesen, zudem hätten im Dezember die konkreten Kosten noch nicht festgestanden.

Mit diesem Plan geht die Gemeinde ins Rennen um die Fördermittel Plan: FC Anzing Parsdorf / Bauer Landschaftsarchitekten

Besonders brisant: Sollte Vaterstetten eine Zusage erhalten, muss das Projekt wohl exakt so umgesetzt werden, wie es beantragt wurde. Das Streichen einzelner Maßnahmen wäre dann nicht mehr möglich. Selbst bei einem Fördersatz unter 45 Prozent müsste die Gemeinde entweder die komplette Planung umsetzen oder ganz auf die Förderung verzichten.

Trotz dieser Bedenken stellte sich der Gemeinderat einstimmig hinter das Vorhaben und billigte die Bewerbung um die Fördermittel. Nun heißt es abwarten: Ende Februar entscheidet der Haushaltsausschuss des Bundestags, welche Projekte voraussichtlich gefördert werden. Erst danach wird der Gemeinderat final darüber befinden, ob und in welcher Form eine Umsetzung realisierbar ist.

Unabhängig davon wurde bereits im Dezember ein weiterer Förderantrag beschlossen: für die Sanierung des Kunstrasenplatzes im Sportzentrum. Auch hier fällt die Entscheidung Ende Februar.