JUBILATE-CHOR:„Der Tod Jesu“ von Carl Heinrich Graun

Darum geht´s

JUBILATE-CHOR führt „Der Tod Jesu“ von Carl Heinrich Graun
am 29. März in der kath. Kirche Maria Königin in Baldham auf.
Ein Jahrhundert lang so hoch bejubelt wie Händels „Messias“ und heute scheinbar vergessen
– das ist die traurige Bilanz der Passionskantate „Der Tod Jesu“ von Carl Heinrich Graun. Die
Gründe dafür sind vielfältig: da wurde zunächst Bachs „Matthäuspassion“ durch Felix
Mendelssohn Bartholdy wiederentdeckt und zum anderen änderte sich schlichtweg der
Publikumsgeschmack. Heute, knapp 250 Jahre nach der Uraufführung in Berlin, wird das
Werk zwar mit seiner auf das „vernünftige“ moralisch-religiöse Gefühl ausgerichteten Poesie
in seiner Gesamtheit wohl keine geistlich-erbauliche Wirkung mehr auslösen, ein
musikalisch-ästhetisches Erlebnis dagegen sehr wohl. Ein Muss also für jeden
Musikliebhaber, der neben der üblichen Karfreitagsmusik auch einmal ein selten gespieltes
Werk erleben will.
Den Auftrag für das Werk gab die musikkundige Prinzessin Anna Amalia, die jüngste
Schwester Friedrichs II. von Preußen, die zunächst sogar selbst die Absicht hatte, den Text
von Karl Wilhelm Ramler zu vertonen und dies für die ersten beiden Sätze auch ausführte.
Das Libretto ist ein charakteristisches Produkt der Aufklärungszeit. Nicht mehr die
traditionelle lutherische Passionstheologie mit ihrer Lehre vom stellvertretenden
Versöhnungstod Christi steht im Mittelpunkt, sondern der tugendhafte Mensch Jesus, durch
dessen Empfindungen der Liebe, des Mitleids und des Schmerzes der Hörer zu Tränen gerührt
werden soll. Die Botschaft der Passion wird im wesentlichen zu einem Gefühlsereignis, einem
inneren Nacherleben.
Die Musik dazu stammt von Carl Heinrich Graun (1703-1759), der neben Johann Adolf Hasse
und Georg Philipp Telemann zu den bekanntesten und renommiertesten deutschen
Komponisten seiner Zeit zählte. Weit über seinen langjährigen Wirkungsort Berlin hinaus, wo
er von 1740 bis zu seinem Tod am Hof Friedrichs II. als Kapellmeister und Komponist tätig
war, galt er als der deutsche Repräsentant der Opera seria schlechthin. Die Komposition
seiner Passionskantate vermag auch heute den Zuhörer unmittelbar ansprechen, da sie barocke
sowie klassische Elemente in sich vereinigt. Die Choräle sind im Anklang an Bachsche
Passionen angelehnt, die Chöre kontrapunktisch geprägt, während die Arien im Stile der
italienischen Oper geschrieben sind.
Wer nun Lust bekommen hat, dieses einst so gerühmte und heute so vernachlässigte Werk in
seiner Gesamtheit zu erleben, der kann dies am Sonntag, 29. März in der katholischen Kirche
Maria Königinin Baldham tun. Der JUBILATE-CHOR Zorneding unter der Leitung von
Matthias Gerstner wird hier neben dem Barockensemble Vaterstetten zu hören sein. Die
Solisten sind die Sopranistin Monika Lichtenegger, die Altistin Camilla Bull, der Tenor Jonas
Häusler sowie der Bassist Klaus Reiter. Der Beginn des Konzerts ist 18 Uhr. Karten sind bei
Der Buchladen in Vaterstetten (08106/53 67), AP Buchhandlung in Baldham (08106/369414)
und Papeterie Löntz in Baldham (08106/6769) sowie bei Steffis Schreibwaren in Zorneding
(08106/219883) zu erwerben. Restkarten gibt es an der Abendkasse


Uhrzeit
29. März. 2026
18.00
Veranstaltungsort

Brunnenstraße 1, Baldham
Kirche Maria Königin