Manchmal braucht es nur eine Bank, um ins Gespräch zu kommen. Seit Kurzem steht im Bürgerpark Vaterstetten ein besonderes Bankerl: die Freundschaftsbank. Sie lädt Menschen dazu ein, Platz zu nehmen, innezuhalten – und einander zuzuhören.
Initiiert wurde das Projekt von Angelika Uhl, die sich mit viel Engagement und Ausdauer für die Umsetzung eingesetzt hat. Die Idee dazu kam ihr beim Ansehen der Fernsehserie „Käthe und ich“. In einer Folge bringt Psychologe Paul Winter zwei zerstrittene Frauen auf einer bunt bemalten Freundschaftsbank wieder zusammen. „Diese Idee hat mich fasziniert“, erzählt Angelika Uhl. Besonders während der Corona-Zeit, als Treffen in geschlossenen Räumen kaum möglich waren, ließ sie der Gedanke nicht mehr los. Seit 2023 arbeitete sie daran, die Idee auch in Vaterstetten Wirklichkeit werden zu lassen – und nahm dabei einige bürokratische Hürden auf sich. Die Bank selbst wurde von der Firma Thalmeier gestiftet. Über Maria Wirnitzer, 2. Bürgermeisterin von Vaterstetten, auf deren Initiative der Bürgerpark zurückgeht, wurde schließlich der passende Standort gefunden.
Gedacht ist die Freundschaftsbank als niederschwellige Einladung: Wer sich darauf setzt, signalisiert Offenheit für ein Gespräch. Natürlich kann man sich hier auch ganz bewusst verabreden. Ein an der Bank angebrachtes Schild mit QR-Code erklärt Sinn und Zweck des Projekts.
„Herzliche Begegnungen bedürfen keiner großen Worte und keines materiellen Reichtums“ – dieses Zitat der österreichischen Schriftstellerin Friederike Weichselbaumer steht bei Angelika Uhl sinnbildlich für die Idee hinter der Bank. Vorbild sind Freundschaftsbänke, wie sie bereits seit Jahren an Schulen und in Parks – etwa in den USA und auch in Deutschland – Menschen zusammenbringen. Nun hat auch Vaterstetten einen solchen Ort. Einen Ort für Nähe. Für Zuhören. Für Freundschaft.

