Aus der Grasbrunner Bürgerversammlung

von b304

Die Grasbrunner Bürgerversammlung am 9. Oktober war heuer mit 169 Bürgern besser besucht als im Vorjahr (100 Besucher). Im Rahmen der Versammlung gab Erster Bürgermeister Klaus Korneder bekannt, bei der Kommunalwahl 2026 nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren (B304.de berichtete).

Zahlen, Daten und Fakten
Grasbrunn zählt zum 30. September 2025 insgesamt 6.906 Einwohnerinnen und Einwohner, der „durchschnittliche Grasbrunner“ ist 44,2 Jahre alt, wohnt auf 53 Quadratmetern und verbraucht rund 150 Liter Wasser pro Tag. 419 Hunde sind in der Gemeinde gemeldet, und Menschen aus 78 Nationen leben hier. Alleine in Seniorenheim „Am Wiesengrund“ arbeiten Menschen aus 17 Nationen von vier Kontinenten.

Kinderbetreuung
In den insgesamt neun Kinderbetreuungseinrichtungen werden aktuell 528 Kinder betreut. Bei einer vollständigen Bedarfsdeckung können sogar Kinder aus benachbarten Gemeinden versorgt werden. Die Gemeinde setzt bei ihren Einrichtungen mit einem Personalschlüssel von 1:7 auf mehr Personal als eigentlich vorgeschrieben. Trotz der steigenden Kosten bleibt der Elternanteil mit einer moderaten Gebührenerhöhung von 5 Prozent zum 1. September im Vergleich zu anderen Gemeinden weiterhin im Rahmen.

Gemeindefinanzen
Der Gemeindehaushalt ist seit vielen Jahren durch eine sehr umsichtige und vorsichtige Haushaltsführung stabil. 2024 konnten die letzten Kredite getilgt werden und Grasbrunn ist seitdem schuldenfrei. Die mit Abstand größte Position ist die Kreisumlage: Lag diese 2008 noch bei unter drei Millionen Euro, musste die Gemeinde 2025 über 12 Millionen hierfür aufbringen. Die Rücklagen lagen zum Jahresende 2024 bei rund 17 Millionen Euro. Auch 2025 wird ein deutlicher Überschuss erwartet, was künftige Investitionen, vor allem im Bereich Energie und Infrastruktur, ermöglicht.

Glasfaser-Ausbau & Windkraft
Der für 2025 geplante Start des Glasfaserausbau hat sich verzögert, das beauftragte Unternehmen UGG hat den Beginn der Arbeiten nun für 2026 zugesagt. Auch beim Thema Windkraft heißt es aktuell noch abwarten: 2024 wurden beim Landratsamt zwei Anträge für Windkraftanlagen eingereicht, von denen inzwischen einer genehmigt wurde. Sollten sich die Antragsteller einigen, sind gemeinsam bis zu fünf Windräder in Keferloh möglich. Über einen konkreten Baustart können aktuell noch keine Aussagen getroffen werden. Sobald die Planungen konkret werden, wird es eine Bürgerinformationsveranstaltung mit Experten geben.

Geothermie
Für den Ausbau der Bohranlage in Vaterstetten fallen für die Gemeinde Grasbrunn über die nächsten vier Jahre acht Millionen Euro an. Für den Auf- und Ausbau des gemeindlichen Wärmenetzes durch die 2025 gegründete Grasbrunner Netzgesellschaft GNG rechnet die Gemeinde mit weiteren 52 Millionen Euro Investitionskosten. In diesem Zuge wurde auch der Standort der zu errichtenden Energiezentrale diskutiert: Im Dezember 2024 hat die Gemeinde nach sorgfältiger Prüfung den Standort am Bolzplatz in Neukeferloh, direkt an der Gemeindegrenze zu Vaterstetten, vorgeschlagen und die Planung im Februar 2025 vorgestellt. Die Gemeinde hat von Anfang an mehrere mögliche Standorte auch in anderen Gemeindeteilen geprüft. Fazit: Technisch ist eine Energiezentrale überall machbar, wirtschaftlich sinnvoll ist einzig und allein der Standort Neukeferloh. Bürgermeister Korneder sicherte zu, auch weiterhin alternative Standorte zu prüfen.

Bauen & Wohnen
Neuigkeiten gibt es vom Baugebiet in Grasbrunn rund um den ehemaligen Grasbrunner Hof: Am Montag, 13. Oktober 2025, haben die Entkernungsarbeiten für den Abriss begonnen. Der Baubeginn für die bis zu 93 geplanten Wohneinheiten steht 2027 an, eine Gastronomie soll wie festgeschrieben errichtet werden.

Ebenfalls zum Thema Wohnbau verkündete Klaus Korneder, dass für den Bau eines weiteren kommunalen Mehrfamilienhauses mit preisgedämpften Mietwohnungen die Ausschreibung bereits begonnen hat. Geplant sind bis zu zehn Wohnungen mit Tiefgarage in der Neukeferloher Gartenstrasse. Da die geplanten niedrigen Mieten allerdings nur durch Zuschüsse realisierbar sind und die „Töpfe“ der kommunalen Wohnraumförderung momentan leer sind, ist der Baubeginn noch unklar.

Sicherheit
Polizeihauptkommissar Stephan Jochim von der für Grasbrunn zuständigen Polizeiinspektion Haar stellte den Sicherheitsbericht für die Gemeinde Grasbrunn vor. Die erfreuliche Quintessenz: Die Zahl der Straftaten in Grasbrunn liegt wie gewohnt weit unter dem Durchschnitt sowohl des Landkreises, der Stadt München und ganz Bayerns.