Harthauser Dorftheater ausgezeichnet

von b304

Seit Jahrzehnten sorgt das Harthauser Dorftheater nicht nur für volle Säle und beste Unterhaltung – der Verein engagiert sich auch weit über die Bühne hinaus. Dafür wurde das Ensemble jetzt vom Landkreis München ausgezeichnet.

Bei einer Feierstunde im Bürgerhaus Ismaning erhielt das Harthauser Dorftheater am 15. September die Ehrennadel und eine Urkunde des Landkreises München für seine besonderen Verdienste im sozialen und gesellschaftlichen Bereich.

v.l.: Stellvertretende Landrätin Nicola Gerhardt, Nathalie Wischnewski (Spielerausschuss), Katharina Karg (2. Vorstand), Franz Haas (Schatzmeister), Marianne Leibig (Schriftführerin), Grasbrunns Bürgermeister Sebastian Stüwe. (Foto: Landkreis München/Wening )

Überreicht wurden die Ehrungen von der stellvertretenden Landrätin Nicola Gerhardt. Im Landkreis München engagieren sich rund 40.000 Menschen ehrenamtlich – ein kleiner Teil davon wurde an diesem Abend besonders gewürdigt. „Sie machen die Welt durch Ihren Einsatz und Ihre Nächstenliebe besser, schöner und heller“, sagte Gerhardt. Der Landkreis könne froh und stolz auf dieses Engagement sein.

Theater mit langer Tradition

Die Geschichte des Theaterspielens in Harthausen reicht bis in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Damals brachte die Landjugend im Gasthof Alter Wirt immer wieder kleinere Stücke auf die Bühne.

1981 gründeten Schorsch Birmann, Hans Leibig jun., Ewald Wagner und Willi Zirngibl schließlich innerhalb des Stopselclubs Harthausen das „Harthauser Dorftheater“. 1990 machte sich das Ensemble als eigener Verein selbstständig, 1999 folgte die Eintragung als „Harthauser Dorftheater e.V.“ ins Vereinsregister. Wenig später wurde auch die Gemeinnützigkeit anerkannt.

Mit Mundartstücken, Komödien, Krimis und anspruchsvollem Volkstheater machte sich die Truppe weit über Grasbrunn hinaus einen Namen. Zu den Höhepunkten gehört die Welturaufführung der „Lausbubengeschichten“ nach Ludwig Thoma im Jahr 1985, die sogar der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß besuchte. Ein besonderes Kapitel schrieb der Verein 2014 mit der Aufführung des „Jedermann“ in der Kirche St. Ottilie in Möschenfeld.

Volle Häuser – und Hilfe für andere

Doch beim Harthauser Dorftheater geht es längst nicht nur ums Rampenlicht. Einen besonderen Stellenwert hat seit vielen Jahren das soziale Engagement des Vereins. Die Einnahmen der Premieren, die regelmäßig vor ausverkauftem Haus stattfinden, werden für soziale Zwecke in der Region gespendet.

Profitiert haben davon unter anderem die Nachbarschaftshilfe Vaterstetten, Zorneding und Grasbrunn, das Salberghaus in Putzbrunn, die Tafel Vaterstetten-Grasbrunn, die Hospizkreise Ottobrunn und Haar sowie der Förderverein des Seniorenzentrums am Wiesengrund.

Auch Kindergärten, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Senioreneinrichtungen und die Klinikclowns wurden bereits unterstützt. Darüber hinaus engagierte sich der Verein immer wieder direkt in Harthausen – etwa bei der Ausstattung des Bürgerhauses, bei der Anschaffung eines First-Responder-Fahrzeugs für die Freiwillige Feuerwehr oder beim Dorfbrunnen „Der Wassergeist zu Harthausen“.

In der Laudatio des Landkreises heißt es, aus der einst kleinen Laienspielgruppe sei „ein vielseitiges und überregional geschätztes Amateurtheater“ geworden. Hervorgehoben wurden neben der Spielfreude und künstlerischen Vielfalt auch die eigene Jugendgruppe sowie das regelmäßige soziale Engagement.

Eine Auszeichnung also nicht nur fürs Theaterspielen – sondern vor allem für mehr als vier Jahrzehnte gelebten Gemeinsinn. Herzlichen Glückwunsch nach Harthausen!