Als einer der Größten des FC Bayern in Vaterstetten lebte

von Gastautor

Wer heute durch Baldham spaziert, ahnt vermutlich nichts davon: Sechs Jahre lang war dieser ruhige Teil der Gemeinde Vaterstetten die Heimat eines der besten Torhüter, die der europäische Fußball je hervorgebracht hat.

Jean-Marie Pfaff, belgische Torwartlegende und langjährige Nummer eins des FC Bayern München, wohnte von 1982 bis 1988 genau hier in der Gemeinde. Es waren exakt jene Jahre, in denen er zu einem der prägenden Spieler seiner Generation reifte und eine der aufregendsten Epochen der Vereinsgeschichte der Bayern entscheidend mitgestaltete.

Kurz vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison lohnt sich ein Blick auf eine der größten Vereinslegenden und deren enge Verbindung zu Vaterstetten. Fans des FC Bayern werden wieder die beste Sportwetten Anbieter nutzen, sobald der Rekordmeister auf die Bildschirme zurückkehrt. Doch es tut gut, sich an eine Zeit zu erinnern, in der Bayern München direkt mit dem beschaulichen Baldham verbunden war.

Das Leben von Jean-Marie Pfaff

Pfaff wurde am 4. Dezember 1953 in Lebbeke geboren, einer kleinen Stadt in Ostflandern, Belgien. Er wuchs in einer Teppichhändlerfamilie auf – als einer von elf Brüdern, die von Ort zu Ort zogen, um Läufer und Teppiche zu verkaufen.

Überlieferungen aus seiner Jugend zufolge erlernte Pfaff das Torwartspiel in informellen Bolzplatz-Duellen gegen seine eigenen Brüder. Das Brüder-Team tauften die Jungen scherzhaft die „Roten Teufel“ – Jahre bevor Pfaff diesen Spitznamen mit der belgischen Nationalmannschaft in der Realität tragen sollte.

Mit 16 Jahren schloss er sich dem KSK Beveren an, einem damals bescheidenen belgischen Verein, dem er ein Jahrzehnt lang die Treue hielt. Pfaff erarbeitete sich dort schrittweise den Ruf eines verlässlichen und schließlich überragenden Schlussmanns. 1978 wurde ihm als rar gesäte Auszeichnung für einen Torhüter der Belgische Goldene Schuh verliehen. 1979 feierte er mit Beveren die Meisterschaft – zu diesem Zeitpunkt war er bereits die unangefochtene Nummer eins im belgischen Tor.

Von Belgien nach Bayern (und Baldham)

Pfaff wechselte 1982 im Alter von 28 Jahren für eine Ablösesumme von umgerechnet rund 225.000 Pfund zum FC Bayern München, kurz nachdem er mit Belgien bei der Weltmeisterschaft in Spanien im Einsatz gewesen war. Die Bayern waren auf der Suche nach einem langfristigen Nachfolger für den verletzten Sepp Maier – und Pfaff sollte genau diese Lücke schließen. Zur selben Zeit entschied er sich, seinen Wohnsitz in Baldham zu beziehen.

Mit dem FC Bayern feierte er in der Folge überragende Erfolge: drei deutsche Meisterschaften, einen DFB-Pokalsieg – bei dem er im Finale einen Elfmeter parierte – sowie den Einzug ins Finale des Europapokals der Landesmeister. Auch seine Karriere in der Nationalmannschaft florierte: Er führte die belgischen „Roten Teufel“ 1986 bis ins Halbfinale und damit zur bis dato erfolgreichsten WM-Endrunde der Verbandsgeschichte. 1987 wurde er zudem als erster Torhüter überhaupt zum Welttorhüter des Jahres gekürt.

Nach dem Training und den Spielen kehrte Pfaff auf dem Papier in ein ganz gewöhnliches Zuhause in der Gemeinde zurück. Mehrere unabhängige Quellen, darunter Gemeindechroniken, bestätigen seinen Wohnsitz in Baldham während dieser Jahre.

Pfaff verließ die Bayern im Jahr 1988 und wechselte für eine Spielzeit zum Lierse SK, ehe er seine aktive Karriere nach einer Station beim türkischen Klub Trabzonspor beendete. Nach seinem Rücktritt wurde er 2004 von Pelé in die renommiorte „FIFA 100“-Liste der besten noch lebenden Fußballer aufgenommen. 2017 ehrte ihn der FC Bayern München schließlich als „Lebende Legende“ des Vereins.

Für eine Gemeinde, die heute vor allem für ihre Nähe zu München und ihr ruhiges Vorstadtleben bekannt ist, bleibt es eine charmante Fußnote der Lokalgeschichte: Einer der besten Torhüter der 1980er-Jahre – ein Mann, der als Sohn eines Teppichhändlers begann – gehörte einst zu den prominentesten Bewohnern des Ortes.